Entstehung und Philosophie von Ayuda Directa
Gegründet 2001, auf Initiative einer Gruppe von Freunden verschiedener Nationalitäten, begann die Hilfsorganisation Ayuda Directa im Mai 2001 in Ecuador aktiv zu werden. Es handelt sich um eine kleine, unabhängige nichtprofitorientierte Organisation. In ihren Tätigkeiten richtet sie ihre Aufmerksamkeit überwiegend auf die Bereiche Ausbildung und Gesundheit.
Ziel ihrer Arbeit ist die Verbesserung der Lebensqualität, der ecuadorianischen Bevölkerungsgruppen, die in den Bereichen Ökonomie, Gesundheit und Bildung benachteiligt sind. Die Projekte sollen gemeinsam mit der einheimischen Bevölkerung und örtlichen Einrichtungen durchgeführt werden, um bereits bestehende Möglichkeiten besser zu nutzen und dabei die Kultur und Tradition zu respektieren und zu erhalten. Es wird großen Wert darauf gelegt, dass die Projekte direkte Wirkung auf die betroffene Bevölkerungsgruppe haben.
Ayuda Directa soll eine Hilfestellung bieten, aber möchte weder eine reine Wohlfahrtsorganisation sein, noch der Bevölkerung ihre Projekte und Ideologien aufdrängen.
Ayuda Directa Deutschland ist eine der internationalen Zweigstellen der Organisation, sie gründete sich im Januar 2002 und wird von Peter Hunke geleitet.
Weitere Informationen zur Organisation sowie Erfahrungsberichte von ehemaligen Freiwilligen (auf Deutsch und Spanisch) findet ihr unter http://www.ayudadirecta.org/de
Die Hauptprojekte von Ayuda Directa sind:
Das Programm Guagua
Esperanza
Das Krankenhaus Baca Ortiz
1.) Projekt: Guagua
Dieses Programm ist ein Patenprojekt. Ca. 400 Paten aus Italien, 30 aus Deutschland und weitere 30 aus diversen anderen Ländern spenden regelmäßig für ein Kind eine bestimmte Summe an Geld. Dieses Geld geht erst an die Organisation Ayuda Directa und dann direkt an die Familie. Dieses Programm unterstützt Kinder in den ländlichen Gebieten Ecuadors, die sich durch besonders gute Schulnoten oder durch eine besonders gravierende Armutssituation innerhalb ihrer Familie (oft beides) auszeichnen. Die Kinder vom Programm Guagua kommen aus verschiedenen Teilen Ecuadors. In jeder Region hat Ayuda directa einen Lokalverantwortlichen, der für die Auswahl der Kinder verantwortlich ist. Die Kinder, die das Stipendium bekommen, sind verpflichtet 2 mal im Jahr ihrem Paten einen Brief als Dank zu schreiben sowie ihre Zeugnisse an Ayuda Directa zu schicken.
Aufgabe der Freiwilligen:
Der gesamte Kontakt mit den deutschen Paten liegt im Moment etwas brach, da es keine Person im Ayuda Directa-Kreis gibt, die Deutsch spricht und Zeit hat, sich um die Patenbetreuung zu kümmern. Des Weiteren müssen die Briefe der Kinder übersetzt werden (aus dem Spanischen ins Deutsche), die sie ihren Paten schreiben.
2.) Projekt: Esperanza
Esperanza ist ein kleines Dorf, ca. eine Stunde südlich von Riobamba, wo fast ausschließlich indigene Bevölkerung lebt. Die Menschen in Riombamba leben oft von der Landwirtschaft. In vielen Familien gehen die Kinder nur 5 bis 6 Jahre in die Schule. Obwohl die Schule staatlich und somit kostenlos, ist, kann sich eine Familie oftmals nicht leisten, alle Kinder für eine längere Zeit in die Schule zu schicken. Transportkosten, Kosten für Schulmaterialien und die fehlende Arbeitskraft im Haus sind Gründe dafür. Auch in Esperanza gibt es Kinder, die dem Gau-Gau Programm angehören. Ayuda Directa hat im Ortskern, wo auch alle öffentlichen Gebäude zu finden sind, ein kleines Haus mit Schlafmöglichkeiten für die Freiwilligen. Von dort aus operiert Ayuda Directa. Meist kommen die Menschen aus Esperanza und mittlerweile auch aus den umliegenden Dörfern direkt auf Ayuda Directa zu, um ihre Anliegen vorzutragen. Dies kann von „Wir brauchen ein neues Wasserrohr, da das alte kaputt ist” bis „wir wollen einen Gemüsegarten für das Dorf anlegen und brauchen Geld dafür” alles sein. Die Arbeit von Ayuda Directa erstreckt sich vom Erkennen des Mangels, über die logistische Lösung des Problems bis hin zur tatsächlichen Umsetzung.
Aufgabe der Freiwilligen:
Die Freiwilligen wären an allen beschrieben Prozessen beteiligt. Das Aufgabengebiet Esperanza ist unerschöpflich und richtet sich sehr nach den jeweiligen Vorstellungen und Wünschen der Freiwilligen.
3.) Projekt: Baca Ortiz
Das “Baca Ortiz” ist ein Krankenhaus in Quito. Neben sehr renommierten Krankenhäusern mit westlichem Standard gibt es “Armenkrankenhäuser” wie das Baca Ortiz. Hierhin kommen Notfallpatienten der unteren Bevölkerungsgeschichten, die weder über eine Krankenversicherung noch über finanzielle Mittel verfügen, um Behandlungen bezahlen zu können. Häufig müssen hier Menschen abgewiesen werden, obwohl eine medizinische Behandlung notwenig, manchmal sogar lebenswichtig wäre, da auch das Krankenhaus die entstehenden Kosten nicht übernehmen kann. Ayuda Directa unterstützt das Baca Ortiz bereits, indem ein monatlicher Betrag zur Verfügung gestellt wird, der telefonisch bei Notfällen abgerufen werden kann. Dieser Betrag reicht jedoch bei weitem nicht aus und Ayuda Directa Deutschland möchte diesen Betrag mit Hilfe der Spenden aufstocken.
http://www.ayudadirecta.org/de/progetti/attivita_projekt-baca-ortiz-3.htm
Aufgabe der Freiwilligen:
Da Ayuda Directa im Moment keinen Freiwilligen mit einer medizinischen Ausbildung hat, können sie dieses Projekt im Moment nicht weiterverfolgen. Für Freiwillige mit einer solchen Ausbildung bestünde die Möglichkeit, in diesem Krankenhaus mitzuarbeiten. Der genaue Bereich wird vor Ort zusammen mit den jeweiligen Verantwortlichen festgelegt.
Weitere mögliche Aufgaben bei Ayuda Directa in Quito:
- Ayuda Directa arbeitet auch mit anderen comunidades zusammen. Alle Aufgaben sind sehr momentabhängig, weshalb jetzt noch nicht absehbar ist, welche Arbeit konkret ab Sommer 2009 ansteht. Der Einsatz der Freiwilligen richtet sich nach ihren jeweiligen Talenten und Einsatzwünschen in Koordination mit den Aufgaben, die gerade gemacht werden müssen.
- Eine comunidad bittet den Verein seit einem Jahr, dass sie ihnen jemanden schicken, der den Umgang mit dem Computer lehrt. Ein Freiwilliger könnte dann für einige Wochen in die comunidad fahren und Kurse anbieten.
- Eine andere comunidad hat viele Schafe. Ein Teil der Wolle wird für die Bewohner der Comunidad Sie scheren die Schafe, aber wissen nichts mit der Wolle anzufangen. Sie nutzen sie für die Bewohner der comunidad, aber der Rest vergammelt mehr oder weniger. Es gibt eine Fabrik in der Nähe der comunidad, die aus dieser Wolle Sachen herstellt. Da die Fabrik aber nicht weiß, dass es die benötigte Wolle ganz in der Nähe gibt, importieren sie sie aus Peru. Ayuda Directa ist also der Vermittler. Sie haben aber keine Zeit, alle 14 Tage ca. die Wolle von der comunidad in die Stadt zu fahren und sie dort zu verkaufen und das Geld an die comunidad zu geben. Es wäre also ein spanisch sprechender Freiwilliger von Nöten, der die Wolle abholt und sie dann zu angemessenen Preisen in der Fabrik verkauft.
- „Brigadas Médicas”, Visiten mit Fachärzten in ländlichen Gegenden, wo die staatliche Einrichtungen nicht hinkommen
http://www.ayudadirecta.org/de/progetti/attivita_verschiedene-projekte-7.htm
Ungefähr 3-mal im Jahr kommen freiwillig Ärzte aus Deutschland und Italien nach Ecuador, um in den ländlichen Gebieten kostenlose Behandlung der lokalen Bevölkerung vorzunehmen. Falls der Freiwillige medizinische Vorerfahrung mitbringt, kann er sich dieser Gruppe anschließen.
- Ayuda Directa arbeitet auch mit CEMOPLAF (Eine Organisation in Riombamba, die sich um Familienplanung kümmert. Vorträge über Verhütung, Seminare zum eigenen Körper etc. gehören zu ihrer Arbeit) zusammen. Wenn es den Freiwilligen interessiert, könnte er am Anfang die Arbeit von CEMOPLAF begleiten und später selbst Seminare zu diversen Themen ausführen.
Aufgaben im Büro:
- Übersetzung der Homepage
- Logistische Planung der einzelnen Projekte
- Konzeptionelle Planung von Ayuda Directa
Bilder:





