Jetzt hat uns die digitale Seminarwelt auch wieder eingeholt. Unsere dritte und vorerst letzte Fortbildung in Deutschland mit dem Titel „Postkoloniale Theorien“ hat vom 20.-22. November online stattgefunden. Mit 24 Teilnehmenden aus 8 verschiedenen Entsendeorganisationen war sie die meistbesuchte Fortbildung dieses Jahr. Wir freuen uns sehr über die große Resonanz und hoffen, dass sie weite Kreise zieht, denn dieses Thema ist uns wichtig und kann nicht genug besprochen werden.

Der Referent Tsepo Bollwinkel führte uns an zwei Tagen durch große Themen wie Rassismus, Intersektionalität und Kolonialgeschichte. Sie waren die Grundlage für eine kritische Betrachtung der Strukturen, in denen wir alle arbeiten, sowie für die Reflexion und Anpassung unserer Seminargestaltung. Wir danken Tsepo für diesen sehr bereichernden Input, für seine Denkanstöße und vor allem dafür, aus zwei langen Tagen vor dem Computer eine inspirierende und aufwühlende Gedankenreise für uns gestaltet zu haben. Den dritten Fortbildungstag nutzten wir um miteinander in Austausch zu kommen, gemeinsam unsere Gedanken zu sortieren und zu beginnen, dass gelernte in die Praxis zu übertragen.

Obwohl wir fast alle alleine vor unseren Bildschirmen saßen, ist dank der großen Verbindlichkeit aller Teilnehmer_innen über die drei Tage doch eine Art Gruppengefühl entstanden. Und neben der inhaltlichen Auseinandersetzung hatten wir auch viel Freude an der Begegnung, dem Austausch und den vielen vielen Knetfiguren, die über das Wochenende entstanden sind (ein vorher postalisch versendetes Workshop-Kit enthielt neben der notwendigen Ration Tee, Schokolade und Energieriegel auch ein Stück Knete).

Und auch wenn diese Fortbildung vorerst die letzte Alegro-Fortbildung in Deutschland war, haben wir das Gefühl, dass es erst der Anfang war. Die Blicke, die wir durch die machtkritische Brille geworfen haben, haben Fragen aufgeworfen und einen Prozess angestoßen, den Alegro als Verein und jede_r Einzelne von uns gehen kann. Wir sind gespannt, wo dieser Weg uns hinführt und werden berichten, was es am Wegrand zu sehen gibt.